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Verblichen und verweht sind langst die Traume,
Verweht ist gar mein liebstes Traumgebild!
Geblieben ist mir nur, was glutenwild
Ich einst gegossen hab in weiche Reime.
Du bliebst, verwaistes Lied! Verweh jetzt auch,
Und such das Traumbild, das mir langst entschwunden,
Und gru? es mir, wenn du es aufgefunden —
Dem luftgen Schatten send ich luftgen Hauch.
II
Ein Traum, gar seltsam schauerlich,
Ergotzte und erschreckte mich.
Noch schwebt mir vor mach grausig Bild,
Und in dem Herzen wogt es wild.
Das war ein Garten, wunderschon,
Da wollte ich lustig mich ergehn;
Viel schone Blumen sahn mich an,
Ich hatte meine Freude dran.
Es zwitscherten die Vogelein
Viel muntre Liebesmelodein;
Die Sonne rot, von Gold umstrahlt,
Die Blumen lustig bunt bemalt.
Viel Balsamduft aus Krautern rinnt,
Die Lufte wehen lieb und lind;
Und alles schimmert, alles lacht,
Und zeigt mir freundlich seine Pracht.
Inmitten in dem Blumenland
Ein klarer Marmorbrunnen stand;
Da schaut ich eine schone Maid,
Die emsig wusch ein wei?es Kleid.
Die Wanglein su?, die Auglein mild,
Ein blondgelocktes Heilgenbild;
Und wie ich schau, die Maid ich fand
So fremd und doch so wohlbekannt.
Die schone Maid, die sputet sich,
Sie summt ein Lied gar wunderlich;
"Rinne, rinne, Wasserlein,
Wasche mir das Linnen rein."
Ich ging und nahete mich ihr,
Und flusterte: O sage mir,
Du wunderschone, su?e Maid,
Fur wen ist dieses wei?e Kleid?
Da sprach sie schnell: "Sei bald bereit,
Ich wasche dir dein Totenkleid!"
Und als sie dies gesprochen kaum,
Zerflo? das ganze Bild, wie Schaum...

